Anfrage der CDU-Stadtratsfraktion - Proaktive Entwicklung der Stadt Eisenach vor dem Hintergrund eines sich ändernden Beschäftigungsmarktes

Betreff
Anfrage der CDU-Stadtratsfraktion - Proaktive Entwicklung der Stadt Eisenach vor dem Hintergrund eines sich ändernden Beschäftigungsmarktes
Vorlage
AF-0180/2021
Art
Anfrage

II. Fragestellung

 

1.       Welche konkreten Maßnahmen plant die Verwaltung, um den oben genannten Entwicklungen kurzfristig gegenzusteuern?

2.       Im Besonderen, gibt es Kooperationen, wenn ja mit welchen Akteuren?

3.       Wenn nicht, warum?

4.       Wie und vor allem durch wen soll der Tourismussektor und die dafür benötigte Infrastruktur in unserer Stadt entwickelt werden?

5.       Wurden Entwicklungsflächen der Stadt Eisenach Bildungsinstituten (tertiärer Bildungsbereich) proaktiv angeboten und an welcher Stelle der Stadtverwaltung ist diese Aufgabe angesiedelt?

ich beantworte Ihre Anfrage wie folgt:

 

zu 1.

Abgeleitet aus dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) sowie der Befragung der Eisenacher Unternehmen wurden im Wirtschaftsförderung- und Standortentwicklungskonzept 2019 Leitprojekte entwickelt.

Konkrete Handlungsfelder für die Bereiche Bildung und Tourismus wurden herausgearbeitet.

Im Bereich der Bildung (Leitprojekt 1) stehen die Entwicklung der Fach- und Nachwuchskräfte für Eisenach im Mittelpunkt.

Definierte Ziele und Bausteine sind dabei:

·         Vernetzung Schule/Wirtschaft

·         Vernetzung Hochschule/Wirtschaft

·         Vernetzung Wirtschaft/Wirtschaft

·         Betriebsübergabe an Existenzgründer

 

Ich möchte die nächsten Schritte federführend durch die Koordinierung der Verwaltung gemeinsam mit den Bildungseinrichtungen und Bildungsträgern entwickeln

Dazu gehören insbesondere:

·         Unternehmen mit Interesse an Nachwuchskräftesicherung zusammenbringen

·         Schulleiter einbinden (Interesse, Motivation, Grenzen)

·         Schüler-/Absolventenbefragung

·         Aktionswoche Offene Unternehmen

·         Bewerbung und Nutzung des Portals „Karriereheimat“

·         Beratung von Betrieben ohne Nachfolger

·         Ansprache von potenziellen Ausgründern

 

Im Bereich des Tourismus (Leitprojekt 3) empfiehlt das Wirtschaftsförderung- und Standortentwicklungskonzept eine Imagekampagne mit den nachfolgenden Zielen und Bausteinen für Eisenach zu starten:

·         Innenmarketing (Lebensqualität/Regionale Identität)

·         Außenmarketing (Verzahnung Tourismus-/Wirtschaftsmarketing)

·         Markenbildung „Gesunde Mitte“

·         Botschafter für Eisenach (Unternehmer*innen, Zugezogene, Einheimische)

·         Wirtschaftsbürgertum (CSR/Mäzenatentum)

·         Jugendmarketing zur Nachwuchskräftesicherung

 

Mit der externen Ausschreibung eines Citymanagers habe ich den umfangreichen Komplex bereits begonnen.

 

zu 2.

siehe Beantwortung zu Frage 1 zzgl. folgender Kooperationen:

 

-          Jugendberufsagentur – Zusammenarbeit von Jugendamt, Jobcenter und Agentur für Arbeit, neu gegründet 2019 unter Mitwirkung der Stabsstelle Soziale Stadt zur Unterstützung der Jugendlichen bei der Berufswahl/Berufsorientierung

-          Kooperationsvereinbarung zwischen Stadtverwaltung Eisenach und Dualer Hochschule Gera-Eisenach zur Stärkung des Hochschulstandortes Eisenach seit Dezember 2018

-          Arbeitskreis Schule-Wirtschaft der Wartburgregion unter Regie  der Wirtschaftsförderer der Stadt Eisenach und des Wartburgkreises

-          Wirtschaftsstammtisch mit der Oberbürgermeisterin

 

zu 3.

Entfällt aufgrund der Beantwortung zur Frage 1

 

zu 4.

Die Entwicklung und stärkere Ausprägung des Tourismussektors ist eine der wichtigsten Aufgaben der Stadtentwicklung.

Die Verantwortung für die konzeptionelle Weiterentwicklung des Sektors und der dafür erforderlichen Strukturen der Verwaltung sowie stadteigenen Unternehmen obliegt mir.

 

zu 5.

Die Stadt Eisenach pflegt sehr intensive Netzwerke zu den am Standort befindlichen Bildungsinstituten im tertiären Bereich.

So werden z. B. jährlich eine hohe Anzahl von öffentlich geförderten Beschäftigungsmaßnahmen (ÖGB- Maßnahmen) in Abstimmung zwischen der Stadt und den freien Bildungsträgern entwickelt, zur Förderung bei der GfAW angemeldet und auch bewilligt.

Erster Ansprechpartner für die proaktive Begleitung der Anliegen der Bildungsträger ist die kommunale Wirtschaftsförderung in Verbindung mit der Stabsstelle Soziale Stadt.